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Geschichte

Jabing (Jobagyi) war nach der Landnahme der Ungarn eine Grenzwächtersiedlung zum Schutz ihrer Westgrenze. Sie war mit Wächtern (Öröck) besetzt, die von sonstigen Leistungen befreit waren.


Diese erste Wart wurde zerstört und durch König Karl Robert im Jahre 1327 neu errichtet. Die Wächter wurden in ihrem Auftrag bestätigt und in ihren alten Rechten bestätigt. Das Erstarken der Burgherren von Bernstein, Rechnitz, Güssing hatte eine Beeinträchtigung ihrer Freiheiten zur Folge. Dagegen konnten sich die Grenzwächter nicht gebührend durchsetzen und mussten Schutzverhältnisse mit den Grundherrn eingehen.


In den Türkenkriegen wurden viel Dörfer zerstört und in Folge mit deutschem und kroatischen Auswanderern neu besiedelt. Dadurch wurden die ungarisch sprachlichen Dörfer Oberwart, Unterwart, Siget in der Wart und Kleinjabing bereits im 15. Jahrhundert zu einer Sprachinsel, die zum Teil alte Dialektformen bis heute bewahrt hat. Durch die Grenzlage wurde der Ort in viele kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen.


1532 konnten türkische Angriffe anlässlich der Belagerung von Güns (Köszeg) abgewendet werden. Die Kleinadeligen der Wart kämpften 1605 für ihre Freiheiten gegen das Kriegsvolk des Freiherrn Königsfery aus Bernstein. In den Kukuruzenkriegen beteiligten sich die in der Wart Lebenden an Raubzügen in die Steiermark. Napoleons Truppen plünderten 1809 die Wart.


Der Ort selbst gehörte seit dem 15. Jahrhundert zum Herrschaftsbereich Rotenturm, von wo aus die Geschicke des Dorfes geleitet wurden. Damals gab es in Jabing drei verschiedene Bevölkerungsschichten. Diese waren die Kleinadeligen, die in Kleinjabing lebten; die Bauern, die im untersten Teil von Großjabing wohnten und die Agiles, ein Stand zwischen Adeligen und Bauern, zwar Freie, aber ohne Privilegien.


Jabing selbst bestand ursprünglich aus zwei Teilen. Der nördliche Teil (Kleinjabing), der auch von der Bevölkerung oft Dörfl genannt wird, ist der ältere Teil und war früher eine Grenzwächtersiedlung, deren Bewohner adelige Privilegien hatten und rein ungarischer Abstammung waren. Der größere Teil in Großjabing. Die Einwohner dieses Teiles waren überwiegend deutschsprachig.


Im 17. Jahrhundert nahm die deutschsprachige Bevölkerung rasant zu, dennoch betrug im Jahr 1920 der ungarisch sprechenden Mensch 8 %. Im Jahre 1868 gab es einen Großbrand, wobei 22 Häuser ein Raub der Flammen wurden. 1879 wurde durch einen Mann namens Gschlederer aus Rache erneut ein Großbrand gelegt.


Da der Großteil der Häuser mit Stroh gedeckt war und ein heftiger Sturm tobte, brannten 83 Häuser bis auf die Grundmauern nieder. Nach diesem Brand wurde von der Gemeinde eine Handdruckspritze („Schwanenhals“) angschafft.